Kommst Du mit auf einen Mokka?

mokkaWir sind unterwegs und haben Lust auf einen Abstecher. Passende Kleidung haben wir im Auto, ’nen Club gibt’s hier auch, also nichts wie hin!
Wir waren schon mal hier und müssen entsprechend nicht lange suchen. Die Tür steht auch auf, wenn das mal kein Willkommen ist.

Die Dame des Hauses erkennt uns, wundert sich über die offene Türe und händigt uns einen Schlüssel fürs Wertfach aus. Schränke gibt’s hier nicht. Wir ziehen uns um und gesellen uns von der Umkleidebaracke – hier ist alles ein bissl einfach – zur Bar.
Dort sitzt ein Paar – beide mit schönen Namen, in Handtücher gehüllt, zusammen mit einem Mann, ebenfalls mit schönem Namen und im Handtuch. Handtücher scheinen hier in zu sein. Außerdem steht noch ein vollständig bekleideter Mann herum, der gerade mit der Chefin diskutiert, ob er einen Deckel machen muss oder die Zeche noch bezahlen kann.
Dann endlich ist die Labertasche weg und die Chefin kann sich ganz den neuen Gästen – uns – widmen.
Erstmal was Trinkbares. Cola light ist aus. Ein Saft ist noch da. Während sie einschenkt, haben wir Gelegenheit, die Bardeko anzusehen. Swingersprüche auf Postkarten, wie „Wer ficken will, muss freundlich sein“ sind vorherrschend. Na super. Nebenher kriegen wir noch folgende Info: Zur Zeit sei es ziemlich leer (war bei unserem letzten Besuch aber genau so), aber ein Paar ist noch in den Spielräumlichkeiten und macht da gerade eine SM-Vorführung oder so ähnlich, bei der wir gerne zuschauen können. Wir lehnen dankend ab; wenn wir Show brauchen, schauen wir fern oder sorgen selbst für eine.
Die Chefin geht dazu über, mal wieder die Clubphilosophie rauszukramen. Man sei ja kein Club für Kuschelsex. Mit Kuschelsex meint sie offenbar Paare, die unter sich bleiben wollen. Sie nennt uns auch gleich mehrere Beispiele von Leuten, die sie einmalig rausgeschmissen habe, denen sie für immer Hausverbot erteilt habe, etc. pp. Sie gibt wieder mal die Domina – war uns schon beim letzten Mal nicht ganz so positiv aufgefallen.
Dass sich einige Leute daneben benehmen, ist noch glaubhaft. Aber dass es so viele sein sollen und dass sie alle in diesen eher spärlich besuchten Club einfallen sollen, schon weniger.
Während meiner Überlegungen kommt sie so langsam zum Fazit: Die Jungs, die in ihren Club kommen, sind gut erzogen und fragen höflich, ob sie mitmischen dürfen, und dafür muss man sie als Paar auch mitmachen lassen. Wer Herren ablehnt, ist Kuschelsex-Verfechter und im Club nicht erwünscht.
Die Dame vergisst bei ihren Ausführungen, dass man zwar sehr wohl Sex mit anderen – auch einzelnen Herren – nicht ablehnend gegenüber stehen muss, um dennoch bestimmte Leute auszuschließen, und dass dafür nicht nur das Kriterium der vorherigen höflichen Nachfrage zur Teilnahme ausschlaggebend ist.
Inzwischen ist auch das SM-Paar – beiden mit schönen Namen und in unförmige schwarze Kittel gehüllt – an die Bar gekommen und nimmt – zusammen mit der Handtuch-Fraktion – an der Unterhaltung teil, was uns dazu bringt, in die Spielräume zu schauen.

Die Einrichtung ist nicht die wertigste hier und über Geschmack lässt sich auch streiten, aber es ist schon ganz ok – bei der Dunkelheit kann man ja auch über einiges hinweg sehen 😉 – und ein paar nette Ideen wurden umgesetzt. Vor allen Dingen gibt es mehrere größere Matten zum Spiel mit anderen Paaren. Das mögen wir! À propos andere Paare: Netter wäre der Laden ja, wenn hier mit uns zusammen noch 30 – 40 andere Paare wären, hach, 2 – 3 Paare mit einem BMI von unter 30 würden sogar schon reichen! Aber so sind wir ganz allein auf der Spieletage und können uns immerhin eine hübsche Matte aussuchen. Wie wählen die mit der Überschrift (in genau der Schreibweise) „Ein bischen bi schadet nie“. Den überall laufenden Pornofilmen kann man auch dort nicht ausweichen. Es ist nicht der beste Film und auch nicht der neueste. Das reizt uns zum Kommentar und schon bald sind wir in bester Stimmung, wenn auch nicht unbedingt geil.
Ein Handtuchmann stößt zu uns. Ist das nun der einzelne Mann oder der Paarmann oder handelt es sich bei den drei Handtuchträgern vielleicht um ein Trio? Egal. Er bettet sich neben uns auf die Matte und fragt, man merkt die gute Erziehung der Domina-Chefin, ob er mitmachen darf. Öhm, … wobei? Beim Lästern über Pornofilme? Das kann er uns nicht so recht beantworten. Somit gibt’s ein Nein.
Nun kommt auch das SM-Paar hinzu. Sie setzen sich uns gegenüber auf ein Sofa und starren unverwandt zu uns. Wir – inzwischen ein bissl spielend, das Lästern hat uns der Handtuchmann irgendwie vergällt – starren zurück und sie kommen schließlich darauf, sich auch ein bisschen miteinander zu beschäftigen. Er übernimmt den aktiven Part und scheuert ihr über die Brustwarze. Wir vernehmen ein schabendes Geräusch, ungefähr so wie wir’s am Wochenende morgens hören, wenn unsere Nachbarn im Garten Laub fegen. Sehr erotisch! Wir müssen fast schon wieder lachen, können uns dann aber zu mehr sittlicher (bzw. an diesem Ort unsittlicher) Ernsthaftigkeit zwingen und beenden unsere Spiele schließlich erfolgreich.

Die Domina-Chefin ist wohl schon zu Hause. Nun bedient an der Bar ihr Mann.
Noch mal kurz zur Toilette. Die anderen Gäste haben sie offensichtlich nicht so hinterlassen wie sie sie gerne vorfinden würden – oder haben’s getan und wünschen dreckige Toiletten vorzufinden.

Wir zahlen, ziehen uns an und gehen.

Ob wir wohl zu den unerwünschten Paaren gehören?

P.S.: „Kommst Du mit auf einen Mokka?“ ist ein Musiktitel, der uns in der Interpretation von Götz Alsmann am besten gefällt. Herr Alsmann hat – so hoffen wir – allerdings nichts mit oben beschriebenem Club zu tun und kommt zum eigenen Vorteil wünschenswerterweise auch nie auf die Idee, dort einen Mokka einzunehmen!
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05.10.2007

 

Bewertung nach Schulnoten von 1 – sehr gut – bis 5 – mangelhaft

  • Ambiente: 4
  • Sauberkeit: 3
  • Leute: 5
  • Stimmung: 3
  • Essen: –
  • Preis/Leistung: 3
  • Visits: > 3
  • Vote: no-go

 

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