Wonach wir bewerten

Klar, wir bewerten nach eigenem Geschmack, also rein subjektiv. Können Lob und Kritik überhaupt objektiv sein?
Bei unseren Betrachtungen bewerten wir die folgenden Punkte:

 

Ambiente

draWir mögen modernen Style von heute. Wer uns mit 70er- oder 80er-Schick locken will, hat seinen Club entweder perfekt im Retro-Look eingerichtet oder bietet uns Trash as Trash can.
Also, Trash kann uns begeistern – besonders, wenn die Einstellung der Clubbetreiber stimmt und sie uns kein X für ein U, bzw. einen Mittel- oder Unterklasseclub als das Beste vom Besten verkaufen wollen.
Luxus kann genau so in einen Club ziehen, aber wer Luxus offeriert, sollte ihn also auch bieten und nicht nur das, was Etap-Kunden dafür halten.
Morbider Charme und Prunk, der langsam verfällt, gefallen. Allerdings sollte dann mal selbiger vorhanden gewesen sein. Alles andere sollte besser regelmäßig renoviert werden.
Ach ja, besondere Einrichtungen wie Pools, Sauna, etc. werden natürlich gerne von uns angenommen.

 

Sauberkeit

Wir nehmen keine weißen Handschuhe mit, um damit durch die Ecken zu fahren, aber Drecklöcher mögen wir auch nicht. Wenn wir eine Armlehne benutzen und unsere Arme hinterher staubig sind, ist das keine gute Reklame für den jeweiligen Club.
Wir achten auf Sauberkeit der Spielflächen, der Umkleiden, des Geschirrs und des Barbereichs.

 

Leute

Ja sicher, der Club selbst kann eigentlich nichts für seine Gäste. Aber was haben wir von ’nem schönen Club, mit dessen Besuchern wir nichts anfangen können? Außerdem sind wir überzeugt davon, dass jeder Club auch „sein“ Klientel anzieht.
Wir bewerten zunächst mal, wie stark der Club frequentiert ist und wie – bei Überschussclubs – die Zusammensetzung der Besucher ist. Danach schauen wir uns die Leute genauer an. Sind mögliche Spielpartner für uns dabei? Wie ist die Altersstruktur? Look von heute oder von vorgestern? Schöne Namen? Prollfaktor? Verhält man sich authentisch oder haben wir’s mit Bussi-Gesellschaft zu tun?

 

Stimmung

Wenn uns die Clubbesucher so vorkommen, als haben sie ein Schweigegelübde abgelegt, fühlen wir uns nicht so wohl wie auf einer guten Party. Wir finden es netter, wenn alle zusammen feiern, statt sich in Grüppchen zu teilen oder allein zu bleiben.
Somit ist auch interessant, ob man schnell mit anderen in Kontakt kommt oder ob im Club feste Cliquen vorherrschen, die keine Lust auf Außenstehende haben.
Der Prollfaktor zählt auch hier; besteht die Party aus „Hölle, Hölle, Hölle“, Polonaisen durch den Club oder „Huch, da ist mir ja eine Titte aus dem Oberteil gerutscht, hihihi“, fühlen wir uns irgendwie fehl am Platz.
Unbetanzte Tanzflächen sind nicht wirklich einladend, genauso wenig wie ausgeprägtes Schaulaufen.
In den Spielbereichen nervt uns ausgeprägter Pre- und After-Fucking-Talk genau so wie laute Laberei auf den Gängen.
Wir finden es netter, wenn es gemeinsame Aktionen gibt, als wenn jeder für sich bleibt oder die Gäste sich nur aus Sehen+Zeigen-Paaren rekrutieren.
Im gesamten Club trägt übrigens die Musik einen großen Teil zur Stimmung bei. Wir achten auch darauf.
Hierbei mögen wir treibende Klänge, elektronische Musik – warum nicht House und Trance. Aber auch südamerikanische Musik kann zu einem gelungenen Abend beitragen. Natürlich lassen wir uns auch gerne durch Zusammenstellungen aus anderen Musikrichtungen überraschen! In den Spielbereichen – Musikuntermalung dort empfinden wir als absolut vorteilhaft – darf es gerne eine Nummer ruhiger sein, aber auch nicht einschläfernd – so in Richtung Cafe del Mar passt goldrichtig.
Als musikalisches No-Go ordnen wir die schon oben genannten „Hölle, Hölle, Hölle“-Stücke, dümmliche, pseudo-erotische Liedchen wie „Du hast den schönsten Arsch der Welt“, insgesamt Stimmungsmusik-Gedudel und Oldies, die nicht als solche laufen, sondern aufgrund der Tatsache, dass die CDs oder Bänder nie ausgetauscht wurden. Zu ruhige Musik ist auch nicht das Wahre und kann sich dämpfend auf die Stimmung auswirken.

 

Essen

Ja sicher, man besucht einen Club nicht, um zu essen. Aber andererseits gehört Essen zum Angebot der meisten Clubs und somit müssen sie sich auch in diesem Punkt miteinander messen lassen.
Anders als anscheinend die meisten Swinger stehen wir nicht auf schwere gutbürgerliche Küche. Völlegefühle vertragen sich nicht wirklich mit erotischen Aktivitäten. Zusätze von z. B. Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen sind dem zwischenmenschlichen Kontakt auch eher abträglich.
Eine Hälfte von uns isst vegetarisch, kann aber die ständigen Salate kaum noch sehen. Darum achten wir darauf, ob es ein warmes vegetarisches Essen gibt oder ob einfache Möglichkeiten, so etwas anzubieten, verpasst wurden. (Nudeln muss man beispielsweise nicht fertig anrichten, sondern kann die Sauce gesonders reichen. Als einfache Alternative könnte hier ein Pesto dienen. Ferner müssen Kartoffeln – und insgesamt Gemüse – wirklich nicht mit Speck angeboten werden!)
In dem Zusammenhang sind auch Beschriftungen der Speisen – wenn nicht erkennbar ist, um was es sich handelt – ein Bewertungspunkt.
Nicht zuletzt erkennen wir auch Unterschiede zwischen selbst gekochtem Essen, Fertiggerichten und Catering, bzw. clubeigenem Koch.

 

Preis / Leistung

Wir ziehen ein Fazit aus allen Punkten in Abhängigkeit vom Eintrittspreis.

 

Vote

An die von uns hinterlegten „go“, „no go“ und „neutral“ halten wir uns nicht akribisch. In einen „no go“-Club gehen wir aber ohne irgendwelche Erwartungen und sorgen meist dafür, dass wir mit einem Date hingehen, um so auch unabhängig vom Club und seinen Gästen einen netten Abend zu verbringen.

 

05.01.08,
updated: 10.04.15

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